Drei Szenen im Stein stehen für die drei Epochen jüdischen Lebens in Rottenburgs und ihre Spuren durch die Jahrhunderte. Das Denkmal mit gestalteter Säule und Brunnenanlage, das seit April 2016 auf dem Metzelplatz steht, wurde von dem Rottenburger Künstler Ralf Ehmann entworfen.

Bereits seit etlichen Jahren gab es im Vorstand und im Beirat des Fördervereins Synagoge Baisingen e.V. Überlegungen zu einem Erinnerungsmal in der Kernstadt. Insbesondere die Standortsuche gestaltete sich nicht gerade einfach, einig war man sich freilich recht schnell, dass mit diesem dauerhaften Zeichen nicht nur an die Shoa, sondern an die „ganze“ Historie erinnert werden soll.

Erfreulicherweise leben heute wieder Jüdinnen und Juden in der Großen Kreisstadt, deren Kernstadt eine eigene jüdische Geschichte aufzuweisen hat, die sich in historischer Zeit in drei Epochen gliedern lässt:
Erste Anfänge (Ende 13. bis Mitte 14. Jahrhundert), kurze Blütezeit (Ende 14. bis Ende 15. Jahrhundert) sowie Neubeginn und schreckliches Ende (Mitte 19. bis Mitte 20. Jahrhundert).

 

Für die Umsetzung dieser Gedanken konnte der renommierte Kiebinger Bildhauer Ralf Ehmann gewonnen werden, dessen Eugen-Bolz-Stele auf dem gleichnamigen Platz an den früheren Staatspräsidenten und NS-Widerstandskämpfer erinnert. Letztendlich erschien der Metzelplatzals der geeignete Standort: am Rande des mittelalterlichen jüdischen Viertels südöstlich der Domkirche St. Martin, in der Nähe der einstigen Synagoge (Bereich Schulergasse / Stadtlanggasse) sowie der Judengasse (nahe der Zehntscheuer). Am 24. März 2015 konnte die Entwurfsplanung der Gedenkstele im Rottenburger Gemeinderat vorgestellt werden, der den Planungen nach eingehender Diskussion mit großer Mehrheit zustimmte. Zur Planung gehörte auch die Einbindung in den Metzelplatz-Brunnen durch das Landschaftsarchitekturbüro Prof. Schmid Treiber Partner, Leonberg. Während das Kunstwerk aus Mitteln des Fördervereins finanziert wurde, trug die Stadt die nicht unerheblichen (Um-)Gestaltungskosten.

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