Donnerstag, 27. Januar 2022, 19.00 Uhr
Ort: Sülchgau-Museum in der Zehntscheuer
 
Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus (Holocaust-Gedenktag)
Jüdisches Leben in der Region
Vortrag von Karlheinz Geppert
Der Vortrag thematisiert die jüdische Lokalgeschichte in der Region. Jüdische Gemeinden in Südwestdeutschland waren zunehmend Dorfgemeinden, denn die größeren Territorien wie Württemberg und Vorderösterreich verschlossen sich und damit die größeren Städte seit dem Spätmittelalter zunehmend der jüdischen Zuwanderung. So blieben die kleineren Territorien, die ritterschaftlichen »Flecken« und Dörfer, als Orte jüdischen Lebens bis 1806 prägend. An diese früheren jüdischen Gemeinden erinnern nicht nur die restaurierten oder »umgenutzten« ehemaligen Synagogen in Baisingen, Haigerloch, Hechingen oder Rexingen, sondern auch Gedächtnisorte und Objekte unterschiedlichster Art: Dokumente in Archiven, Grabsteine auf Friedhöfen, Fotos in privaten Alben. Jüdisches Leben war verwoben in den Alltag seiner Zeit, hatte aber gleichzeitig andere Elemente: Andere Festtage, Bräuche und religiöse Sitten.

Karlheinz Geppert ist Kulturwisschenschaftler, Hauptkustos a.D. und Geschäftsführer des SAV.